Aurich/Ostfriesland

Leichtes Durchatmen auf dem Arbeitsmarkt

Die ersten Urlauber bevölkern wieder Küsten und Strände, wie hier in Schillig. Der Tourismus in Ostfriesland erholt sich allmählich wieder. Foto; DPA

Die ersten Urlauber bevölkern wieder Küsten und Strände, wie hier in Schillig. Der Tourismus in Ostfriesland erholt sich allmählich wieder. Foto; DPA

Vorsichtig-optimistisch gibt sich die Agentur für Arbeit Emden-Leer bei der Vorstellung der Arbeitslosenzahlen in Ostfriesland für Juni. Allmählich machen sich die Corona-Lockerungen bemerkbar – vor allem in einem Bereich.

Ostfriesland. Leichtes Durchatmen am ostfriesischen Arbeitsmarkt: Zwar sind die aktuellen Arbeitslosenzahlen noch weit vom Niveau des Vorjahres entfernt. Dennoch gibt sich die Agentur für Arbeit Emden-Leer bei der Vorstellung der Arbeitslosenstatistik für den Monat Juni vorsichtig-optimistisch. So waren in ihrem Bezirk im Juni 436 Personen weniger arbeitslos gemeldet, als noch im Vormonat. „Die Corona-Lockerungen der letzten Wochen machen sich, wenn auch nur zögerlich, auf dem Arbeitsmarkt bemerkbar“, sagte der Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Emden-Leer, Roland Dupák.

Insbesondere in den Landkreisen Aurich und Wittmund sei ein Rückgang der Arbeitslosenzahlen zu verzeichnen. Grund: Die ersten Urlaubsgäste kehren in Hotels und Gaststätten ein, der Tourismus fährt langsam wieder hoch. „Entlang der Küste und auf den Inseln lässt die anstehende Ferienzeit hoffen, dass die Situation sich weiter entspannt“, so Dupák. „Vor allem im Bereich Tourismus besteht die berechtigte Hoffnung, dass die Kurzarbeit in den Sommermonaten zurückgeht.“

Ende der Kurzarbeit in Automobilbranche absehbar

Zudem ist in der Automobilindustrie und bei den entsprechenden Zulieferern ein positiver Trend zu verzeichnen und ein Ende der Kurzarbeit abzusehen, schätzt der Arbeitsagenturleiter.

Eine dreiköpfige Familie wartet mit ihrem Gepäck am Fährhafen von Harlesiel auf die Abfahrt der Wangerooge-Fähre, um auf die Insel Wangerooge zu gelangen. Foto: DPA

Eine dreiköpfige Familie wartet mit ihrem Gepäck am Fährhafen von Harlesiel auf die Abfahrt der Wangerooge-Fähre, um auf die Insel Wangerooge zu gelangen. Foto: DPA

Die Entwicklung der Anzeigen für konjunkturelle Kurzarbeit hat in den letzten Monaten das Ausmaß der Pandemie mit aller Deutlichkeit gezeigt. Gleichzeitig bedeutet die hohe Inanspruchnahme von Kurzarbeit auch, dass Firmen und Unternehmen an Ihren Fachkräften festhalten, so Dupák. Wie hoch die Inanspruchnahme von Kurzarbeit schlussendlich tatsächlich ausfalle, werde sich aber erst in den kommenden Monaten herausstellen.

Weniger neue Anzeigen auf Kurzarbeit

Ende Juni waren 5619 Anzeigen auf Kurzarbeit im Bezirk der Arbeitsagentur Emden-Leer mit darin enthaltenen 67 395 Personen zu verzeichnen. Trotz des Anstiegs sind im Vergleich zu den Vormonaten deutlich weniger neue Anzeigen auf Kurzarbeit eingegangen.

Dupák weist auf das Bundesprogramm zur Sicherung von Ausbildungsplätzen hin. „Die Auszubildenden von heute sind unsere Fachkräfte von Morgen“, so Dupák, „wir müssen verhindern, dass die Corona-Krise zu einer Krise für die berufliche Zukunft junger Menschen und der Fachkräftesicherung wird“.

Hoher Anstieg bei Arbeitslosengeld gegenüber Vorjahr

Im Juni waren bei der Agentur für Arbeit Emden-Leer mit den angeschlossenen Geschäftsstellen und bei den für die Grundsicherung zuständigen Jobcentern in Leer, Emden, Norden, Aurich und Wittmund 17 162 Personen arbeitslos gemeldet, 436 weniger als im Mai. Die Zahlen im Vorjahresvergleich (3421 Personen Prozent) sind gestiegen. Die Arbeitslosenquote liegt mit 6,9 Prozent 1,1 Prozentpunkte über dem Vorjahresniveau.

Im Bereich der Arbeitslosenversicherung (SGB III) waren im Juni 7383 Menschen arbeitslos gemeldet. Im Vergleich zum Vormonat ist die Zahl um 486 Personen gesunken. Gegenüber dem Vorjahresmonat ist sie um 38,7 Prozent oder 2059 Personen gestiegen. Insgesamt 6679 Personen erhielten im Juni 2020 Arbeitslosengeld – 2000 mehr als vor einem Jahr. Im Bereich der steuerfinanzierten Grundsicherung waren 9779 Personen arbeitslos gemeldet, davon sind 4840 Langzeitarbeitslose.

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